Laura König-Mattern wird durch die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung gefördert

Kind und Karriere: Frauen in der Wissenschaft stärken

16. März 2021

Laura König-Mattern, Doktorandin in der Forschungsgruppe Prozesstechnik am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg, wurde als Stipendiatin der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung angenommen. Für ein Jahr erhält sie eine Förderung von 400 Euro im Monat.

Laura König-Mattern bereitet in der Technikumshalle des Max-Planck-Instituts Magdeburg die Probenahme von Algen aus einem 28-Liter-Photoreaktor vor. Mit dieser Anlage erzeugt sie Biomasse, welche sie nach der Ernte ohne Trocknung in Proteine, Öle, Kohlenhydrate und Farbstoffe auftrennen will.

Laura König-Mattern hat Biosystemtechnik sowie Systemtechnik und technische Kybernetik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg studiert und forscht seit September 2019 als Doktorandin am Max-Planck-Institut Magdeburg. Hier arbeitet sie an Bioraffinerie-Konzepten für Mikroalgen. Ihr Vorhaben erklärt sie so: „Ich möchte die Algen in ihre Biomassefraktionen, also Kohlenhydrate, Proteine, Lipide und Pigmente, auftrennen, um sie dann für weitere Anwendungen nutzbar zu machen. Momentan arbeite ich an einem computerbasierten Screening für Lösemittel. So möchte ich geeignete Lösemittel festlegen, die in der Lage sind, die Zielmoleküle aus nasser Biomasse zu extrahieren, um den energieintensiven Trocknungsschritt zu umgehen. Die ersten Kandidaten teste ich nun im Labor.“

Ihr Kind kam im Jahr 2018 während des Studiums auf die Welt. Ein 10- bis 14 Stunden-Arbeitstag und regelmäßige Laborpräsenz auch am Wochenende sind unter experimentell arbeitenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durchaus üblich. Laura König-Mattern sagt daher zu ihrer familiären Situation: „Mein Mann arbeitet ebenfalls in der Forschung. Das heißt, bei uns beiden kann es schon mal zu langen Arbeitstagen kommen. Daher muss immer alles ganz genau geplant werden. Wir sind sehr gut organisiert, aber solche strikten Pläne engen natürlich den Laboralltag ein. Spontan mal etwas im Labor auszuprobieren, ist da eher schwierig.“

Aus diesem Grund hat sie sich für ein Stipendium bei der Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung beworben. „Ich habe mich bei der Stiftung beworben, weil ich mir von der Unterstützung erhoffe, mehr Freiheit für mein Projekt zu gewinnen. Mein Mann hat mich dazu ermutigt. Prof. Kai Sundmacher, Direktor, und Dr. Liisa Rihko-Struckmann, Leiterin unseres Forschungsteams, haben mich ebenfalls sehr unterstützt.“

„Sehr gerne habe ich Frau König-Mattern für dieses Stipendium empfohlen, weil sie eine exzellente Kandidatin ist und weil ich es generell als meine Verpflichtung betrachte, engagierten jungen Wissenschaftlerinnen dabei zu helfen, Beruf und Familie in eine vernünftige Balance zu bringen“, sagt Prof. Sundmacher.

Das Geld kann Laura König-Mattern zum Beispiel für eine Haushaltshilfe, zusätzliche Kinderbetreuung oder die Anschaffung von entlastenden Haushaltsgeräten einsetzen und steht zu ihrer freien Verfügung. „Die Idee ist, dass die Stiftung uns Geld zur Verfügung stellt, mit dem wir uns quasi Zeit für die Forschung kaufen können.“, sagt Laura König-Mattern.

Die Förderung läuft zunächst für ein Jahr und kann bei Bedarf verlängert werden. Insgesamt erhalten 13 Wissenschaftlerinnen im Jahr 2021 diese Förderung.

Über die Stiftung und das Stipendium

Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Forschung wurde im Jahr 2004 gegründet und unterstützt begabte junge Wissenschaftlerinnen mit Kindern, um ihnen die für eine wissenschaftliche Karriere erforderliche Freiheit und Mobilität zu verschaffen. Die Stiftung will helfen zu verhindern, dass hervorragende Talente der wissenschaftlichen Forschung verloren gehen. Die Förderung richtet sich an Doktorandinnen und Postdoktorandinnen in einem Fach der experimentellen Naturwissenschaften oder der Medizin.

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