VDI Förderpreis des Bezirksvereins Magdeburg für Ruben Goldhahn

Ausgezeichnete Arbeit zum chemischen Recycling von Polyamiden

3. August 2021
Ruben Goldhahn wurde mit dem Umweltsonderpreis des VDI Magdeburger Bezirksvereins ausgezeichnet. Er erhielt den Preis am 27. Juli 2021 aus den Händen von Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, und Prof. Dr.-Ing. habil. Rüdiger Bähr, Vorsitzender des VDI Magdeburger BV.

Ruben Goldhahn wurde mit dem Umweltsonderpreis des Bezirksvereins Magdeburg des Vereins Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) ausgezeichnet. Er studiert im Masterstudiengang Verfahrenstechnik an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und ist Mitarbeiter im Max-DePoly Projekt in der Forschungsgruppe Prozesstechnik am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg.

Ruben Goldhahn erhielt einen der insgesamt sechs Förderpreise für seine Masterarbeit mit dem Thema „Depolymerization of polyamide 12 with customized ionic liquids“.

Die Arbeit wurde von Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher, Direktor am Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme und Leiter der Abteilung Prozesstechnik, sowie von Dr. Liisa Rihko-Struckmann, Teamleiterin Nachhaltige Produktionssysteme, Forschungsgruppe Prozesstechnik, fachlich betreut.

Polyamide: Vielseitige Basis für Kunstfasern

Polyamide sind zähe Materialien mit hoher Festigkeit. Sie sind widerstandsfähig gegen Abrieb und Verschleiß und werden hauptsächlich zu Fasern verarbeitet, z.B. zu Nylonfasern, Schläuchen, Zelten und Gleitschirmen. In letzter Zeit werden sie zunehmend auch für Leichtbauteile im Automobilbau und in der Elektronik eingesetzt. Mit einem weltweiten Gesamtproduktionsvolumen von über sieben Millionen Tonnen pro Jahr stellen Polyamide eine der größten Familien unter den technischen Thermoplasten dar, Tendenz stark ansteigend. Für einen stofflichen Recyclingprozess für Polyamide ohne Qualitätsverlust muss es gelingen, aus industriellen Kunststoffabfällen wieder reine Monomere zu gewinnen. Im Falle des Polyamid 12 beispielsweise ist es das Monomer Laurinlactam, welches durch Depolymerisation zurückgewonnen und erneut für die Repolymerisation verwendet werden müsste, um einen integrierten Recyclingprozess aufzubauen.

Wegweisende Experimente zum chemischen Recycling von Kunststoffen

Ruben Goldhahn mit seinem Mentor Prof. Dr.-Ing. Kai Sundmacher, Direktor am Max-Planck-Institut Magdeburg.

Für das chemische Recycling von Polyamiden hat Ruben Goldhahn in seiner Masterarbeit wegweisende Experimente durchgeführt. Er untersuchte Grundlagen für die Verfahrens- und Analysenentwicklung zur chemischen Depolymerisation von Polyamid PA 12 zum Monomer Laurinlactam. „Bei der Bearbeitung des Themas hat Herr Ruben Goldhahn ein ausgezeichnetes chemisches und verfahrenstechnisches Wissen basierend auf seinem Chemieingenieurstudium, das er an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg absolviert hat, gezeigt. Er hat neue Experimente geplant, mit hoher Präzision durchgeführt und in exzellenter Weise ausgewertet.“, begründet Prof. Kai Sundmacher die Bewerbung um den Förderpreis.

„Basierend auf Ruben Goldhahns Pionierarbeit konnten erste vielversprechende Lösungsmittel für die Polymerzersetzung identifiziert und geeignete Reaktionsbedingungen für die Depolymerisation von Polyamid 12 festgelegt werden.“, so Prof. Kai Sundmacher weiter in seinem Gutachten.

Ruben Goldhahn hat ab Oktober 2015 Chemieingenieurwesen an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg studiert und im Juli 2019 den erfolgreichen Bachelorabschluss erlangt. Seit Oktober 2019 studiert er hier im Masterstudiengang Verfahrenstechnik. Er ist Stipendiat des Deutschlandstipendiums, seit April 2020 bis heute gefördert seitens der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und des Dow Olefinverbundes GmbH sowie von April 2016 bis März 2019 von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der IPT Pergande GmbH.

Praktische Erfahrungen im ingenieurwissenschaftlichen Bereich sammelte Ruben Goldhahn unter anderem im Labor für Umweltschutz GmbH, Magdeburg, und bei der Sunfire GmbH, einem Elektrolyse-Unternehmen mit Sitz in Dresden.

Über den VDI Förderpreis

Der VDI Magdeburger Bezirksverein würdigt jedes Jahr junge Ingenieurinnen und Ingenieure und Naturwissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, bis zum vollendeten 30. Lebensjahr, für herausragende Leistungen mit dem VDI Förderpreis. Die Auswahl der zu prämierenden Arbeiten erfolgt durch eine Expertengruppe.

Die feierliche Preisverleihung fand am 27. Juli 2021 in der Lukasklause, dem Otto-von-Guericke-Zentrum der Landeshauptstadt Magdeburg, statt.

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