International Max Planck Research School Magdeburg: Mit neuem Namen in die neue Förderperiode

Die International Max Planck Research School (IMPRS) Magdeburg mit ihren 44 Doktorandinnen und Doktoranden hat die Zusage der Max-Planck-Gesellschaft über eine weitere Förderung für die nächsten sechs Jahre erhalten. Die neue Förderperiode beginnt im Herbst dieses Jahres und erstreckt sich bis in das Jahr 2019. Die IMPRS will zukünftig verstärkt Doktorandinnen fördern, die derzeit einen fachspezifisch niedrigen Anteil an Absolventen stellen.

4. März 2013

Die International Max Planck Research School Magdeburg (IMPRS), gegründet im Herbst 2007, wird unter verändertem Namen, jedoch im Wesentlichen mit bewährten Konzepten und erprobten Strukturen, in eine neue Förderperiode starten. Die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) hat die Förderung für die nächsten sechs Jahre bestätigt. Dabei wird davon ausgegangen, dass die finanzielle Unterstützung des Landes Sachsen-Anhalt für die nächste Laufzeit ebenfalls gewährleistet ist. Die Förderung durch das Land Sachsen-Anhalt entspricht dem Anteil, den die MPG zur Verfügung stellt und ist damit ein elementarer Bestandteil der gleichwertigen Partnerschaft von Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und Max-Planck-Institut Magdeburg. Der positiven Entscheidung war eine Begutachtung durch einen externen wissenschaftlichen Beirat am Ende der ersten Förderperiode im Jahr 2011 vorausgegangen. Die IMPRS erhielt dabei exzellente Noten und die Empfehlung der Gutachtergruppe, die Schule für weitere sechs Jahre zu fördern.

Ein wesentliches Ziel in der neuen Förderperiode ist die verstärkte Unterstützung von Doktorandinnen. Dies soll zur Erhöhung des Frauenanteils beitragen, der in den Ingenieurwissenschaften fachbedingt relativ niedrig ist. Dafür soll ein IMPRS-Fonds zur finanziellen Unterstützung in besonderen Fällen bereitgestellt werden. Zudem soll eine enge Kooperation mit dem Mentoringprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen der Otto-von-Guericke-Universität aufgebaut werden. Derzeit forschen 44 Studenten aus dem In- und Ausland an ihrem Promotionsthema, darunter 12 Frauen.

Eine weitere wichtige Neuerung ab September ist die Umbenennung der Schule in IMPRS for Advanced Methods in Process and Systems Engineering oder kurz IMPRS ProEng. Der neue Name fasst in prägnanterer Weise die Anliegen der IMPRS zusammen: ein enges Zusammenwirken von theoretischer Betrachtung und experimenteller Untersuchung. Bekannte und neue mathematische Modelle und Methoden sollen sowohl (weiter)entwickelt als auch angewendet werden, um so in der Theorie zum gezielten Entwurf und zur Optimierung verfahrenstechnischer Prozesse beizutragen. Das Ziel der experimentellen Untersuchungen ist es, die naturwissenschaftlichen Grundlagen von biologischen und chemischen Prozesse zu erforschen, zu verstehen und zu analysieren, die Verfahrensausbeuten nachhaltig zu erhöhen und die mathematischen Modelle zu validieren. Beispiele für die hier untersuchten Prozesse sind die effiziente Trennung von Enantiomeren oder die optimierte Herstellung von Viren für die Impfstoffproduktion.

Ein besonderes Merkmal ist das interdisziplinäre Umfeld. So setzt sich die IMPRS aus Ingenieuren der Systembiologie, der Bio- und Chemischen Prozesstechnik sowie der Regelungstechnik, aber auch aus Mathematikern und Medizinern zusammen. Die Forscher werden ermutigt, über ihren eigenen Wissensbereich hinauszuschauen und Kooperationen mit anderen Disziplinen zu suchen. In dieser Form ist dies nur an der Magdeburger IMPRS möglich.

Die IMPRS Magdeburg hat sich zu einer international anerkannten Institution entwickelt, was die großen Bewerberzahlen zeigen. Damit trägt die IMPRS erheblich zur nationalen und internationalen Sichtbarkeit des Wissenschaftsstandortes Magdeburg und zur guten Reputation der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg bei.

IMPRS-Wissenschaftler

Über die International Max Planck Research School Magdeburg

Die Max-Planck-Gesellschaft startete im Jahr 1999 gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz eine Initiative zur Nachwuchsförderung: die International Max Planck Research Schools (IMPRS). Diese bieten besonders begabten deutschen und ausländischen Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit, im Rahmen einer strukturierten Ausbildung unter exzellenten Forschungsbedingungen zu promovieren. Seitdem sind über 60 solcher IMPRS entstanden, die jeweils für 6 Jahre finanziell von der MPG gefördert werden.

Das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg (MPI) gründete gemeinsam mit der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg im Herbst 2007 eine solche Schule. Unter dem bisherigen Namen IMPRS for Analysis, Design, and Optimization in Chemical and Biochemical Process Engineering ermöglicht sie jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, von der engen Kooperation zwischen der Universität und dem MPI Magdeburg zu profitieren.

Die IMPRS Magdeburg stellt ein strukturiertes Ausbildungsprogramm in englischer Sprache bereit, um zum einen hochqualifizierte internationale Doktoranden zu gewinnen und zum anderen deutschen Doktoranden eine Ausbildung in einem internationalen Umfeld zu bieten. Neben gemeinsamen Seminaren, Workshops und dem Besuch weiterer Vorlesungen gehören auch Kurse in den sogenannten Soft-Skill-Fertigkeiten zum Programm. Diese sollen Fähigkeiten vermitteln die (nicht nur) für eine wissenschaftliche Laufbahn nützlich sind, wie z.B. wissenschaftliches Schreiben, professionelles Präsentieren oder die Planung der Karriere. Für die internationalen Studenten werden zudem Deutschkurse angeboten.

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