Neue Max Planck School of Biomedical Artificial Intelligence
Fortgeschrittene KI-Methoden für die Grundlagenforschung in den Lebenswissenschaften entwickeln
Die neue School soll Biomedizin und Künstliche Intelligenz verbinden. Ziel ist es, eine neue Generation von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auszubilden, die Algorithmen entwickeln können, welche die Prinzipien lebender Systeme verstehen, erklären und vorhersagen – und diese Erkenntnisse direkt für das Moleküldesign nutzbar machen
Das Konzept wurde unter koordinierender Leitung von Prof. Karsten Borgwardt, Direktor am Max-Planck-Institut für Biochemie, entwickelt. Prof. Dr. Peter Benner, Direktor am Max-Planck-Institut in Magdeburg, ist einer der 32 Fellows und freut sich auf eine fruchtbare Zusammenarbeit und Ausbildung.
Ab Herbst 2026 sollen die ersten Bewerbungen auf Doktorandenstellen in der School entgegen genommen werden, der erste BMAI-Jahrgang soll im Herbst 2027 mit der Promotion beginnen.
Auf den Punkt gebracht
- Neues Graduiertenprogramm: Die Max Planck School of Biomedical Artificial Intelligence wurde gegründet (Max-Planck-Schule für biomedizinische künstliche Intelligenz).
- Nationales Netzwerk: Exzellente und international sichtbare Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Fellows gewonnen.
Am 9. Februar 2026 traf der erweiterte Lenkungsausschuss der Max Planck Schools die finale Auswahl über die eingereichten Konzepte zur vierten Max Planck School, die sich thematisch mit KI beschäftigen wird. Auf die Ausschreibung in 2025 waren drei Kurzanträge eingegangen. Zwei Konsortien wurden nach einer Auswahlsitzung im Herbst 2025 eingeladen, Vollanträge einzureichen.
Die Entscheidung fiel nach eingehender Diskussion für die Max Planck School of Biomedical Artificial Intelligence. „Ich freue mich sehr, dass nun eine vierte Max Planck School gegründet wird und wir so ein weiteres deutschlandweites Graduiertenprogramm aufbauen können – mit Beteiligung exzellenter Forschender“, so Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft. „Der gewählte fachliche Fokus nimmt eine besondere Herausforderung in den Blick: die Schnittstelle zwischen Biomedizin und Künstlicher Intelligenz. Es handelt sich um die erste Initiative, die systemisch Universitäten und außeruniversitäre Institute deutschlandweit in einem Graduiertenprogramm zu KI zusammenführt. Das birgt enormes Potenzial, die Ursachen von Gesundheit und Krankheit besser zu verstehen und Innovationen in Diagnostik und Therapie hervorzubringen.“
Auswahlgremium und -gründe
An der ersten und zweiten Auswahlsitzung waren die regulären Mitglieder des organisationsübergreifenden Lenkungsausschusses der Max Planck Schools sowie eine externe Gutachterin und zwei externe Gutachter beteiligt: David Barber, Professor für Machine Learning an der University College London und am Alan Turing Institute, Michael Bronstein, DeepMind Professor für künstliche Intelligenz an der University of Oxford und Wissenschaftlicher Direktor des AITHYRA-Instituts in Wien, sowie Concha Bielza, Professorin an der Universidad Politécnica de Madrid und Co-Leiterin der Computational Intelligence Group.
Das Gremium sprach sich deutlich für die Max Planck School on Biomedical Artificial Intelligence aus. „Das eingereichte Konzept hat das Auswahlgremium mit seinem klaren wissenschaftlichen Fokus und der schlüssig strukturierten Qualifizierung von Promovierenden überzeugt. Hier können zukunftsweisende Forschungsfragen interdisziplinär, einrichtungsübergreifend und international vernetzt hervorragend bearbeitet werden. Das Konsortium hat schon jetzt eine beeindruckende Gruppe exzellenter und international sichtbarer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als Fellows gewonnen“, erläutert Walter Rosenthal, Präsident der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) die Entscheidung. „Auch die bereits bestehenden Max Planck Schools werden von der Schwerpunktsetzung auf Künstliche Intelligenz sehr profitieren.“
Darüber hinaus punktete das Konzept damit, dass die Pläne für Infrastruktur, Rechenressourcen, Betreuungsmodell und Curriculum operativ glaubwürdig sowie tragfähig ausgestaltet und das Qualifizierungsprogramm klar ausgearbeitet ist. Fazit: Der Antrag stellt neben dem Forschungsnetzwerk auch den Qualifizierungsgedanken überzeugend in den Mittelpunkt.
Das translational ausgerichtete Potenzial hin zu klinischen Anwendungen verleiht dem zugrundeliegenden Konzept zudem langfristige strategische Relevanz für Forschung und Gesellschaft.
Nächste Schritte
Nach der Auswahl starten nun die nächsten Schritte zum Aufbau der School: die Geschäftsstelle wird eingerichtet, Kooperationsvereinbarungen mit den verschiedenen Partnereinrichtungen unterzeichnet und die Bewerbungsphase vorbereitet. Denn – so der ehrgeizige Plan – schon zum 1. September möchte die vierte Max Planck School eine erste Ausschreibungsrunde für PhD-Positionen starten – analog zu den drei bestehenden Schools Cognition, Matter to Life und Photonics.
Die Finanzierung der neuen School erfolgt im Rahmen der Fördervereinbarung zwischen der Max-Planck-Gesellschaft und der Dieter Schwarz Stiftung sowie Eigenbeiträgen der beteiligten Institutionen.
Liste der beteiligten Institutionen
- Max-Planck-Institut für molekulare Genetik (Berlin)
- Technische Universität Berlin (Berlin)
- Max-Planck-Institut für Sicherheit und Privatsphäre (Bochum)
- Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
- Max-Planck-Institut für die Biologie des Alterns (Köln)
- Technische Universität Darmstadt
- Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik (Dresden)
- Max-Planck-Institut für Hirnforschung (Frankfurt)
- Leibniz-Institut für Virologie (Hamburg)
- Deutsches Krebsforschungszentrum (Heidelberg)
- Max-Planck-Institut für Multidisziplinäre Naturwissenschaften (Göttingen)
- Max-Planck-Institut für Software Systeme (Kaiserslautern and Saarbrücken)
- Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (Leipzig)
- Universität Leipzig
- Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme (Magdeburg)
- Max-Planck-Institut für Polymerforschung (Mainz)
- Max-Planck-Institut für Biochemie (Martinsried)
- Ludwig-Maximilians-Universität München
- Max-Planck-Institut für Psychiatrie (München)
- Technische Universität München
- Helmholtz Zentrum München (Neuherberg/München)
- Max-Planck-Institut für Informatik (Saarbrücken)
- Eberhard-Karls-Universität Tübingen
- Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik (Tübingen)

