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Pressemitteilung des Max-Planck-Institutes Magdeburg 




    Magdeburg, 8. Juni 2011

    Enantiomere effizient herstellen:

    Positive Bilanz des EU-Projektes INTENANT



    Ende Mai 2011 endete das EU-Projekt INTENANT. Unter der Leitung von Prof. Andreas Seidel-Morgenstern koordinierte das Max-Planck-Institut Magdeburg über drei Jahre 13 Projektpartner aus sechs europäischen Ländern, die sich mit der Produktion reiner Enantiomere aus chiralen Substanzen befassten. Dabei wurden bekannte Methoden systematisch kombiniert, um Enantiomere effizienter, effektiver und mit hohem Reinheitsgrad herzustellen.

    Enantiomere sind Moleküle, die sich zueinander wie linke und rechte Hand verhalten. In ihrer physiologischen Wirkung können sie sich erheblich unterscheiden; deshalb spielen reine Entantiomere in verschiedenen Bereichen der Pharma- und Kosmetikindustrie eine wichtige Rolle. Gegenwärtig existieren verschiedene miteinander konkurrierende Konzepte für ihre Produktion: Entweder, es wird von vornherein selektiv nur ein Enantiomer (also nur “rechte Hände”) chemisch synthetisiert, oder es wird ein Gemisch hergestellt, aus dem dann die gewünschten Enantiomere mit physikalischen Methoden wie Kristallisation oder Chromatographie abgetrennt werden. Beide Konzepte werden in der Regel unabhängig voneinander angewendet.

    Ziel des EU-geförderten Projektes INTegrated synthesis and purification of single ENANTiomers war es, die vorhandenen Methoden zu kombinieren, um Effizienz und Effektivität bei der Produktion einfacher Enantiomere mit hohem Reinheitsgrad zu steigern. So könnten neue, kürzere, kostengünstige und besser anwendbare Möglichkeiten entwickelt werden, um reine Enantiomere industriell zu produzieren und damit die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu stärken. Koordinator Seidel-Morgenstern zeigt sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden: “Wir haben neuartige Methoden entwickelt, die verschiedenen Herstellungs- und Aufreinigungsmethoden für enantiomerenreine Substanzen möglichst effektiv zu kombinieren. Künftig wird es deutlich einfacher, sich für die kostengünstigste Methode für die Herstellung von enantiomerenreinen Wirkstoffen zu entscheiden. Die Basis des Erfolges war u.a. die Entwicklung systematischer Ansätze zur modellgestützten Prozessauswahl.”

    Das Projekt INTENANT wurde im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union mit 3,6 Mio Euro gefördert. Das 7. Forschungsrahmenprogramm, das erstmals explizit auch die Grundlagenforschung umfasst, soll Kooperationen im Rahmen konkreter, gezielter Projekte in Schlüsselbereichen der medizinischen, ökologischen, industriellen oder sozioökonomischen Forschung fördern und so den Wandel von einer ressourcen- zu einer wissensbasierten Wirtschaft in Europa zu beschleunigen. Zusätzlich zu der Unterstützung durch die EU mussten die Projektpartner einen gewissen Eigenanteil beisteuern.

    Über 36 Monate koordinierte das Max-Planck-Institut Magdeburg 13 Partner an 11 Standorten aus 6 europäischen Ländern aus dem akademischen wie auch dem industriellen Umfeld. Die Fachleute arbeiteten in verschiedenen Teilbereichen zu Synthese- und Trennverfahren; die Ergebnisse wurden am MPI Magdeburg gebündelt. Außerdem war das Max-Planck-Institut Magdeburg für die Antragstellung, die Einreichung, die Betreuung des Projektes über den gesamten Projektzeitraum und dessen Nachbereitung/Evaluierung verantwortlich und fungierte als alleiniger Ansprechpartner für die Europäische Kommission.

    Partner des INTENANT Projekts

    Max Planck Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg, Germany

    Bayer Technology Services, Germanv

    AstraZeneca AB, Sweden

    Molisa GmbH, Germany

    Politecnico di Milano, Italy

    Swiss Federal Institute of Technology, Switzerland

    Université de Rouen, France

    University of Manchester, United Kingdom

    Université Paul Sabatier, France

    Stockholm University, Sweden

    DECHEMA e.V. Germany



    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Abschlussworkshops des INTENANT-Projektes am 12. und 13. Mai 2011 in Berlin. (Bildquelle: M. Bratz)



    Weitere Informationen

    Mehr zu INTENANT ...
    Projektpartner in der Übersicht (PDF) ...
    Pressemitteilung als PDF ...



    Ihr Kontakt zum Max-Planck-Institut Magdeburg

    Projektkoordinator

    Prof. Dr.-Ing. Andreas Seidel-Morgenstern
    Fachgruppe Physikalisch-Chemische Grundlagen der Prozesstechnik

    Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme
    Sandtorstraße 1
    D-39106 Magdeburg
    Tel: +49-391-6110-400
    Fax: +49-391-6110-521
    E-mail: seidel-morgenstern@mpi-magdeburg.mpg.de


    Gabriele Krätzer M.A.
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

    Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme
    Sandtorstraße 1
    D-39106 Magdeburg
    Tel: +49-391-6110-144
    Fax: +49-391-6110-518
    E-mail: kraetzer@mpi-magdeburg.mpg.de



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