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Gabriele Ebel, M.A.
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Enantiomere effizient herstellen:

Positive Bilanz des EU-Projektes INTENANT

8. Juni 2011

Ende Mai 2011 endete das EU-Projekt INTENANT. Unter der Leitung von Prof. Andreas Seidel-Morgenstern koordinierte das Max-Planck-Institut Magdeburg über drei Jahre 13 Projektpartner aus sechs europäischen Ländern, die sich mit der Produktion reiner Enantiomere aus chiralen Substanzen befassten. Dabei wurden bekannte Methoden systematisch kombiniert, um Enantiomere effizienter, effektiver und mit hohem Reinheitsgrad herzustellen.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Abschlussworkshops des INTENANT-Projektes am 12. und 13. Mai 2011 in Berlin. Bild vergrößern
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Abschlussworkshops des INTENANT-Projektes am 12. und 13. Mai 2011 in Berlin.

Enantiomere sind Moleküle, die sich zueinander wie linke und rechte Hand verhalten. In ihrer physiologischen Wirkung können sie sich erheblich unterscheiden; deshalb spielen reine Entantiomere in verschiedenen Bereichen der Pharma- und Kosmetikindustrie eine wichtige Rolle. Gegenwärtig existieren verschiedene miteinander konkurrierende Konzepte für ihre Produktion: Entweder, es wird von vornherein selektiv nur ein Enantiomer (also nur “rechte Hände”) chemisch synthetisiert, oder es wird ein Gemisch hergestellt, aus dem dann die gewünschten Enantiomere mit physikalischen Methoden wie Kristallisation oder Chromatographie abgetrennt werden. Beide Konzepte werden in der Regel unabhängig voneinander angewendet.

Ziel des EU-geförderten Projektes INTegrated synthesis and purification of single ENANTiomers war es, die vorhandenen Methoden zu kombinieren, um Effizienz und Effektivität bei der Produktion einfacher Enantiomere mit hohem Reinheitsgrad zu steigern. So könnten neue, kürzere, kostengünstige und besser anwendbare Möglichkeiten entwickelt werden, um reine Enantiomere industriell zu produzieren und damit die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft zu stärken. Koordinator Seidel-Morgenstern zeigt sich mit den Ergebnissen sehr zufrieden: “Wir haben neuartige Methoden entwickelt, die verschiedenen Herstellungs- und Aufreinigungsmethoden für enantiomerenreine Substanzen möglichst effektiv zu kombinieren. Künftig wird es deutlich einfacher, sich für die kostengünstigste Methode für die Herstellung von enantiomerenreinen Wirkstoffen zu entscheiden. Die Basis des Erfolges war u.a. die Entwicklung systematischer Ansätze zur modellgestützten Prozessauswahl.”

Das Projekt INTENANT wurde im Rahmen des 7. Forschungsrahmenprogramms der Europäischen Union mit 3,6 Mio Euro gefördert. Das 7. Forschungsrahmenprogramm, das erstmals explizit auch die Grundlagenforschung umfasst, soll Kooperationen im Rahmen konkreter, gezielter Projekte in Schlüsselbereichen der medizinischen, ökologischen, industriellen oder sozioökonomischen Forschung fördern und so den Wandel von einer ressourcen- zu einer wissensbasierten Wirtschaft in Europa zu beschleunigen. Zusätzlich zu der Unterstützung durch die EU mussten die Projektpartner einen gewissen Eigenanteil beisteuern.

Über 36 Monate koordinierte das Max-Planck-Institut Magdeburg 13 Partner an 11 Standorten aus 6 europäischen Ländern aus dem akademischen wie auch dem industriellen Umfeld. Die Fachleute arbeiteten in verschiedenen Teilbereichen zu Synthese- und Trennverfahren; die Ergebnisse wurden am MPI Magdeburg gebündelt. Außerdem war das Max-Planck-Institut Magdeburg für die Antragstellung, die Einreichung, die Betreuung des Projektes über den gesamten Projektzeitraum und dessen Nachbereitung/Evaluierung verantwortlich und fungierte als alleiniger Ansprechpartner für die Europäische Kommission.

Partner des INTENANT Projekts

  • Max Planck Institut für Dynamik komplexer technischer Systeme Magdeburg, Germany
  • Bayer Technology Services, Germanv
  • AstraZeneca AB, Sweden
  • Molisa GmbH, Germany
  • Politecnico di Milano, Italy
  • Swiss Federal Institute of Technology, Switzerland
  • Université de Rouen, France
  • University of Manchester, United Kingdom
  • Université Paul Sabatier, France
  • Stockholm University, Sweden
  • DECHEMA e.V. Germany

Projektpartner in der Übersicht (PDF)

 
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